Früher war unser Verhältnis zum Klima ganz entspannt: „Iss deinen Teller leer, dann gibt’s morgen schönes Wetter.“ Heute müssen wir uns schon ambitionierter mit dem Thema auseinandersetzen. Die Bereitschaft, etwas zu tun, ist da – trotz Inflation und hoher Energiepreise zeigt auch der diesjährige GfK Nachhaltigkeitsindex¹, dass die Ausgabebereitschaft für nachhaltige Produkte weiter steigt. Immerhin 72 Prozent der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, bei größeren Anschaffungen für Nachhaltigkeit tiefer in die Tasche zu greifen.² Und auch bei Konsumprodukten ist der Anteil weiter gestiegen – um 5 Prozentpunkte auf 67 Prozent.

Raus aus dem Machbarkeitsdilemma

Im Alltag und beim Konsum ist die Bereitschaft groß, einen Beitrag zu leisten. Das hat auch die Energiekrise gezeigt, als die Menschen durch das Runterdrehen der Heizung oder den Einbau eines neuen Duschkopfes einen großen Sparbeitrag leisteten. Geht es jedoch um die großen Aufgaben der Klimawende, befinden sich die Menschen nach der Analyse des Psychologen und Marktforschers Stefan Grünewald in einem Machbarkeitsdilemma. Das Problem ist so groß, dass man gar nicht weiß, wo man es anpacken soll. Wenn dann noch eine Regierung um Maßnahmen ringt, wird das Dilemma noch größer. „Wenn wir merken, dass unser Beitrag zählt, ist die Bereitschaft sehr viel größer, etwas zu tun, als wenn man das Gefühl hat, da ist ein abstrakter Staat, der das alles managt.“³, weiß Grünewald.

Unternehmen können sich dieses Machbarkeitsdilemma zunutze machen. Indem sie mit einer klaren Haltung Mut machen und Impulse für nachhaltiges Handeln geben, schaffen sie nicht nur positive Effekte für die Gesellschaft, sondern auch für die eigene Zukunftssicherheit. Hier ein 5-Punkte-Plan, wie Sie sich in Sachen Nachhaltigkeit auf eine Heldenreise machen.

2-a-haltung-vs-labelling

1_ Haltung statt Etikettierung

Begriffe wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ und „öko“ lassen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Daher nutzen viele Unternehmen diese Themen, um Umsatz und Gewinn zu steigern. Aber auch Verbraucher wissen inzwischen: Es ist nicht alles grün, was glänzt. Wenn sich die grüne Etikettierung als reine Fassade entpuppt, geht Vertrauen verloren. Nachhaltigkeit ist kein Marketinginstrument, sondern sollte authentisch aus dem Markenkern des Unternehmens kommen.

2-b-widerstaende

2_ Wo erneuert wird, da fallen Späne

Nachhaltigkeit ist selten bequem. Es bedeutet, auch mal Gegenwind auszuhalten. Denn oft steht dem Wandel eine skeptische Haltung im Weg: „Das haben wir schon immer so gemacht“, ist das häufigste Argument gegen Veränderungen. Sie möchten etwas grundlegend Neues in Ihrem Unternehmen etablieren und haben das Gefühl, allein auf weiter Flur zu kämpfen?

Dann nehmen Sie sich Godo Röben zum Vorbild, dem es gelungen ist, im eingefleischten Wurstkonzern Rügenwalder Mühle eine Palette vegetarischer Wurstangebote zu etablieren und damit knackige Erfolge zu erzielen.⁴

2-c-story-vs-zahlen

3_ Tolle Story statt grüner Null

Viele Unternehmen verwechseln Kommunikation für Nachhaltigkeit mit dem Reporting von ESG-Zahlen. Um Menschen zum Handeln zu bewegen, braucht es jedoch mehr als die Präsentation einer grünen Null. Es braucht packende Storys, die Menschen berühren. Nicht mit Horrorszenarien, die uns suggerieren, es sei bereits fünf nach zwölf, sondern mit Geschichten, die Optimismus verbreiten und Mut machen. Die nicht Verzicht predigen, sondern Gewinn. Storys, die einen „Wendepunkte zum Guten“ markieren und eine Vision aufzeigen, wie eine gute, klimafreundliche Zukunft gelingen kann, zeigt die ARD-Serie „Wir können auch anders“⁵.

2-d-mitarbeiter-integration

4_ Mitarbeitende integrieren

Die Mitarbeitenden sind die treibende Kraft für Veränderungen in Ihrem Unternehmen. Dabei geht es nicht nur darum, neue Menschen mit sogenannten „Green Skills“ einzustellen, sondern auch darum, das Potenzial der eigenen Belegschaft zu nutzen. Nur wer die Wichtigkeit der nachhaltigen Transformation versteht, kann sich auch engagiert an ihr beteiligen. Die Stärkung des internen Wissens und der Kompetenzen bewirkt, dass die Mitarbeitenden nachhaltiges Handeln im Arbeitsalltag umsetzen, den Wandel mitgestalten und diese Haltung glaubwürdig nach außen tragen.

2-e-movement

5_ Make it a movement

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es keine Einzelmaßnahmen, sondern eine ganze Bewegung. Das hat auch der Energieversorger 1KOMMA5° erkannt, dessen Name Vision ist: Menschen zu befähigen, zum 1,5-Grad-Ziel beizutragen. Neben erneuerbaren Energien und der entsprechenden Infrastruktur versteht sich das Unternehmen als Techplattform, die Haushalte intelligent vernetzt. Komplexe Prozesse werden vereinfacht, die Selbstwirksamkeit des Einzelnen gestärkt. Der Erfolg, der das Unternehmen innerhalb von drei Jahren auf 500 Millionen Umsatz, 80.000 Kundinnen und Kunden sowie eine Marktbewertung von über einer Milliarde⁶ gebracht hat, kann als Startpunkt für eine starke Bewegung gesehen werden. Und auch das Beispiel des norwegischen Spezialisten für Sorting- und Recyclingsysteme TOMRA zeigt, wie Marke Menschen zum Handeln inspiriert und diese aus dem Machbarkeitsdilemma befreit.



Sensorium Magazin „Nachhaltige Kommunikation“

Möchten Sie mehr über das Thema „Nachhaltige Kommunikation“ im Allgemeinen erfahren? Dann lesen Sie gleich weiter, in unserem neuen Sensorium Magazin.

Neugierig geworden?

Möchten Sie wissen, wie Sie echte nachhaltige Kommunikation in Ihr Unternehmen verankern oder Ihre Maßnahmen auf den Prüfstand stellen? Lassen Sie uns gerne sprechen!
Telefon: +49 611 . 238 50 10
E-Mail: kontakt(at)diefirma.de




Quellen
¹ GfK Pressemitteilung: Preisbereitschaft für nachhaltigen Konsum steigt
² Artikel: Zahlungsbereitschaft für nachhaltigen Konsum steigt
³ taz_Artikel: „Aufbruchstimmung gibt es nicht“
brand eins Podcast: Godo Röben – Fleischersatz
ARD-Mediathek: Wir können auch anders
³ Podcast: 1KOMMA5° – Wie startet man eine Bürgerbewegung

Titelbild
Noah Buscher auf unsplash.com