Mit ca. 28 Millionen Nutzern ist Facebook die größte Social Media Plattform in Deutschland. Bei jährlich steigenden Nutzerzahlen muss Facebook allerdings hinnehmen, dass insbesondere die jüngeren Altersklassen zu anderen Social Media Plattformen abwandern. Seit 2012 sank die Zahl der deutschen Nutzer unter 18 Jahren auf Facebook um eine halbe Millionen Menschen. (Quelle: Statista) Die Gewinner der Stunde sind die virtuelle Pinnwand Pinterest und die Foto-und Video-Sharing App Instagram. Diese Abwanderung resultiert aus dem veränderten Nutzungsverhalten der Jugendlichen. Der „Facebook-Hype“ ist für sie vorbei, Facebook ist nicht mehr „in“.

„Visual Storytelling statt Informationsflut“

Viele Banken und Sparkassen nutzen bereits heute Facebook, um insbesondere diese jüngeren Zielgruppen zu erreichen. Andere stehen vor der Entscheidung, Social Media in ihren Kommunikationsmix aufzunehmen. Diese Entwicklung wirft die berechtigte Frage auf, ob ein Engagement in Facebook noch Sinn macht und ob Plattformen wie Pinterest und Instagram geeignete Alternativen sind.

Vermehrt versuchen Unternehmen vom Hype der „jungen Apps“ zu profitieren, um dort ihre Produkte zu bewerben. Vorreiter in Deutschland: Die Drogeriemarkt-Kette „DM“ mit ca. 200.000 „Followern“ auf Instagram. Mit Instagram können Nutzer Fotos und Videos aufnehmen, diese mit diversen Filtern bearbeiten und anschließen mit der Community teilen. Eine Chatfunktion gibt es nicht. Kommuniziert wird über die Kommentarfunktion. Das Potential für Unternehmen liegt im „Visual Storytelling“. Zielwerte sind Image- und Bekanntheitssteigerung. Über Pinterest lassen sich Bilderkollektionen sowie Videomaterial an virtuelle Pinnwände heften. Diese Inhalte können geteilt und kommentiert werden. Somit können Unternehmen größere Reichweiten für Websites generieren. Auch hier steht die Image- und Bekanntheitssteigerung im Vordergrund.

Wie können nun Finanzdienstleister Plattformen nutzen, die ausschließlich auf visuellen Inhalten basieren? Vor allem weil Produkte und Leistungen von Banken und Sparkassen nicht anfassbar und damit schwierig zu inszenieren sind. Bisher nutzen sie ausschließlich soziale Netzwerke, um ihre Beratungskompetenz zum Ausdruck zu bringen, über Produkte zu informieren und die Nähe zum Kunden zu suchen. Instagram bietet Banken die Möglichkeit, Informationen mundgerecht und appetitweckend mit Bild- und Videomaterial darzustellen. Hierbei spielen die Qualität der Inhalte, die Bild-/Videobeschreibung sowie die richtigen „Hashtags“ eine wichtige Rolle. „Influencer“, Nutzer mit hoher Reichweite können als Multiplikatoren helfen. Durch Pinterest können Finanzdienstleister geeignete Brücken zu ihren Webseiten schaffen. Nutzer teilen veröffentlichte Inhalte, wodurch mehrere Wege zur Bilderkollektion des Unternehmensprofils entstehen. Auch hier stehen Finanzdienstleister vor der Aufgabe, durch attraktive Inhalte die Aufmerksamkeit von Nutzern zu gewinnen.

„Die digitale Brücke in die Filiale“

Bei der Frage, ob Pinterest und Instagram geeignete Plattformen für Banken und Sparkassen sind, gilt es, zunächst eine zentrale Frage zu stellen: Was will der Finanzdienstleister mit seinem Social Media Engagement grundsätzlich erreichen? Zahlen die Aktivitäten dort auf übergeordnete Unternehmensziele ein? Sofern das nicht der Fall ist, sollte zunächst diese Frage fallabschliessend auch schon für die etablierten Social Media Plattformen beantwortet werden.

Banken und Sparkassen, die noch im Entscheidungsfindungsprozess stehen, sich auf Social Media zu engagieren, treffen mit Facebook grundsätzlich die richtige Wahl. Dort sind immer noch sehr viele Menschen aktiv und für den Finanzdienstleister gilt es zunächst, Kompetenzen in der Social Media Kommunikation aufzubauen. Dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen, da die Kommunikation völlig anders ist als jene, die Finanzdienstleister bisher gewohnt waren.

Für die „alten Hasen“ im Umgang mit Social Media könnten Instagram und Pinterest durchaus geeignete Plattformen sein, um ihr Engagement weiter auszubauen. Dabei ist zu beachten, viel stärker als noch zuvor auf Storytelling-Aspekte zu achten und mit Fotos und kurzen Videos die Aktivitäten der Bank kommunikativ neu darzustellen. Zudem sollte eine stärkere Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe im Sinne einer Empathiebildung erfolgen: Was interessiert einen jungen Menschen, der vermutlich das erste und letzte Mal in eine Bankfiliale kommt, weil er Orientierung benötigt in der Auswahl seines Finanzdienstleisters.

Das Ziel der Finanzdienstleister sollte sein, eine gesunde Mischung aus Information und Entertainment zu finden, um eine digitale Brücke in die Bankfiliale zu schaffen. Visuelle Inhalte bieten für Kunden eine attraktive Informationsgrundlage für Beratungsgespräche und beantworten Finanzfragen. Die Kundengewinnung sowie die Steigerung des Bekanntheitsgrades stehen dabei immer im Vordergrund.

Wie so etwas aussehen könnte, zeigt der englische Nachrichtenkanal BBC. Auf Instagram werden täglich kurze Videos bereitgestellt, die ein Thema aus dem aktuellen Tagesgeschehen aufbereiten. Lassen Sie sich inspirieren und vergessen Sie bei der Umsetzung nicht, immer an ihre Kunden zu denken.

Ansprechpartner

Robert Mangelmann

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