Pressespiegel
12. Mai 2010
Die Mission: Einkaufen, möglichst viel und möglichst schnell. Die Hindernisse: Herunterkrachende Kacheln und Löcher im Boden. Der Lohn: Ehre, roter Teppich, Fanfarenklänge. Der Mann im roten T-Shirt rennt durchs Einkaufszentrum, packt Krawatten, Blumenvasen und Rasierapparate in seinen Korb. Auf die Kosten muss er nicht achten, schließlich ist alles nur ein Spiel. Für Neckermann ist es eine Unternehmensstrategie: den Kunden deutlich zu machen, welche Marken der Handelskonzern führt, in welchen Kategorien diese angeboten werden – und nebenbei mit einem Gewinnspiel neue Käuferdaten zu gewinnen.
„Mission Shopping“ nennt sich das Spiel auf der Internetseite des Frankfurter Konzerns, das die Wiesbadener Kommunikationsagentur Die Firma GmbH entwickelt hat. Seit sechs Jahren lässt Neckermann in der hessischen Landeshauptstadt Spiele für seinen Internetauftritt produzieren. Die „Firma“ hat vor elf Jahren damit begonnen, sich mit Games zu beschäftigen – mit einem Online-Bingo und einem Konzept für Mahjong im Auftrag eines Portals, das Spielebegeisterte im Blick hatte und sich über Werbung fi nanzierte. Inzwischen geht es um mehr als um Werbefl äche: Spiele werden zum strategischen Instrument – Unternehmen lassen sie eigens entwickeln, um sich und ihre Produkte zu vermarkten. So lässt der Reiseveranstalter Thomas Cook Abenteuerspiele mit Piraten kreieren. Und die Maschinenfabrik Reinhausen nutzt das Spiele-Wissen der Wiesbadener, um Ingenieure zu rekrutieren: Auf der Internetseite des Unternehmens kann man spielend erfahren, was sich hinter einem Laststufenschalter funktioniert – die Maschinenfabrik gewinnt damit Kontakte zu neuen Fachkräften.