Pressespiegel

Marco Fischer bei Klaas Kramer im Gespräch zum Thema Markenführung


20. Dezember 2010


Markenführung ist weniger eine Technik, vielmehr eine permanente geistige Schöpfung

 

1. Wie stehen Sie zum Thema „Mitmach-Markenführung“?

 

In der Gründungsphase der ersten großen Werbeagenturen, Anfang des letzten Jahrhunderts, war Mitmach-Markenführung die Regel und eine schlichte Notwendigkeit. „Marketers“ wurden auf die Straße geschickt, um mit den potentiellen Kunden zu sprechen und herauszufinden, welche Produkte sie benötigen könnten und welche man verbessern sollte. Mit dem Siegeszug des Internets und dem Zeitalter der „Social Media“ sind wir wieder an dem Punkt angelangt, dass der Konsument nach seiner Meinung gefragt werden möchte. Fast hundert Jahre der Entfremdung und Distanzierung erzeugen nun aber bei manchen Marketingverantwortlichen den Eindruck eines Kontrollverlustes.

 

Doch das Gegenteil ist eigentlich der Fall. Marken haben gerade jetzt die einmalige Chance ihren starren und teilweise hohlen, oder mit Phrasen gefüllten Gebilden authentisches Leben einzuhauchen und die Marke stärker denn je „erlebbar“ und begreifbar zu machen. Das Mitmachen sollte man eher als Angebot an den Kunden begreifen, sich zu engagieren und zur Stärkung der Markengemeinschaft beizutragen. Diskussionen und die damit verbundene Herausbildung von Wahrnehmung, finden seit jeher ohne eine Markenführungsinstanz statt. Wichtig ist nur, dass eine Marke weiß was sie ist und was sie nicht ist (Differenzierung und Orientierung) und sich entsprechend verhält. Im Dialog gibt es dann genügend Möglichkeiten für eine gemeinsame Entwicklung, die Identifikation, Vertrauen und Nutzen für den Kunden erzeugt.